Blasmusik vom feinsten begeisterte beim 25. Dreikönigskonzert auf hohem technischen Niveau und differenzierter Interpretation

Kleinheubach/Laudenbach. Konzerte des Laudenbacher Musikvereins „Harmonie“ sind zum Jahresbeginn eine immer wieder gute Adresse für außergewöhnlich konzertante und moderne Blasmusik. Dafür sorgten das Blasorchester und Jugendorchester Laudenbach, sowie als Gastorchester die Stadtkapelle Miltenberg. Kein Wunder, dass der Kleinheubacher „Hofgartensaal“ am Samstag wieder 400 begeisterte Zuhörer beim 25. Jubiläums-Dreikönigskonzert gefunden hat.

In seiner Begrüßung verwies Eingangs Musikvereins Vorsitzender Michael Breitenbach auf das 85jährige Bestehen des Blasorchesters und stellte das diesjährige Motto „Komm, mach mit“ vor, dass die Zuhörer auf der musikalischen Reise des Abend, aber auch durch das ganze Jahr begleiten möge. Als nächste Highlights kündigte er die Gala der Blasmusik am 6. April im Hofgarten an.

Für das Zweieinhalbstunden dauernde anspruchsvolle Konzertprogramm hatten die Dirigenten Erich Rachor, Christian Gerling und Waldemar Stockert Werke bekannter Komponisten wie Jakob de Haan, John Williams, Kees Vlak und Glenn Miller ausgewählt. Den Besuchern wurde Blasmusik vom Allerfeinsten, mit differenzierter Interpretation, ungebremster Spielfreude, hohem technischen Niveau, bei einem erfrischend, harmonischen Gesamtklang geboten. Auch stellten einige Solisten wieder ihr Können mit herausragender Präzision unter Beweis.

Stadtkapelle Miltenberg präsentierte sich großartig

Für das im vergangenen Jahr mehrfach ausgezeichnete Gastorchester aus Miltenberg mit ausgeglichen starker Registerbesetzung, unter Leitung von Waldemar Stockert, musste die Hofgartenbühne gar angebaut werden, damit die über 50 Musikerinnen und Musiker Platz finden konnten. Eine stimmungsvolle Eröffnung fand der erste Programmteil mit dem Pflichtstück „Four meets seven“ von Patrick Millstone das der Stadtkapelle beim Deutschen Bundesmusikfest eine ausgezeichnete Platzierung bescherte. Nach der lyrischen Eröffnung wechselte das Werk mit seiner Beschreibung von zwei unterschiedlichen Persönlichkeiten, zwischen dem ruhigen vierviertel Takt und einem heftigen siebenachtel Takt hin und her, der sich im Schlussteil auf ruhige und bedächtige Art vereinte. Prächtig intonierte das Orchester mit flottem Lauf der Hörner „Symphonic Soundtracks“ des aus New York stammenden musikalischen Wunderkindes John Williams mit Melodien aus den bekanntesten Harry Potter Filmen. Den anspruchsvollen japanisch klingenden Melodien von „Tokyo Adventure“ von Luigi Di Ghisallo, folgte der englische Konzertmarsch „Pomp and Circumstance Nr.1“ die als bekannte britische Hymne von Edward Elgar komponierte durchaus romantische Melodie profitierte neben der perfekten Interpretation der Register auch von wechselnden Tempis und dem klangvollen Spiel des hohen Blech. Auf seiner Städtereise nahm das Orchester die Zuhörer mit der „New York Overture“ von Kees Vlak auf einen beeindruckenden musikalischen Gang durch die gewaltige amerikanische Stadt von Manhatten bis nach Down Town mit. Mit der geforderten Zugabe sorgte das Gastorchester mit dem temperamentvollen brasilianischen Stück „Tico-tico“ von Zequinha de Abreu für eine gelungene Vorfrühlingsahnung zum Abschluss des ersten Programmteiles, durch das Programm führte Joachim Bieber.

Spielfreudiges Jugendblasorchester

Die intensiv betriebene Aufbauarbeit mit jungen Nachwuchstalenten beim Musikverein „Harmonie“ stellte das Jugendblasorchester unter der Leitung von Christian Gerling im zweiten Programmteil eindrucksvoll mit eigenen Beiträgen unter Beweis, der von den Jungmusikern selbst moderiert wurden. Dynamisch und sauber intoniert wurde mit „James Bond jagt Dr. No“ das Titel Thema des ersten James Bond Filmes nach einem Arrangement von Christian Gerling. Weiter wurden von den 16 Jungmusikern bei beachtlicher Spielfreude die von Ted Huggens nach einem Arrangement von Christian Gerling von Flöten, Trompeten und Saxophonen harmonisch und modern gestaltete „Pavane in Blue“ intoniert, die eher an eine improvisierte Jazz-Ballade erinnerte. Gut in Szene setzten sich die Jungmusiker auch mit der musikalisch abenteuerlichen Erzählung „I’m A Believer“ von Neil Diamond.

Laudenbacher Blasorchester in blendender Verfassung

Das Blasorchester aus Laudenbach unter der Leitung von Dirigenten Erich Rachor war im weiteren Programm zunächst mit dem stimmungsvollen „Egerländer Musikantenmarsch“ von Ernst Mosch und „La Storia“ dem bekanntesten Werk im sinfonischen Bereich von Jacob de Haan mit präziser Melodienführung und klangvollem Lauf der Trompetenregister zu hören. Zum musikalischen Puzzle mit wechselnden Klangfarben und vielen rhytmischen Elementen fügte das Orchester mit hoher Spielkultur von Trompeten, Saxophon, Bariton, Tuba und Schlagwerk das Tanzstück „Disney Fantasy“ nach einem Arrangement von Naohiro Iwai zusammen.

Zum Inbegriff der Bond-Filme gehört zweifelsohne „Goldfinger“ dessen Name auch ein Hinweis auf den mythischen König Midas ist, der alles zu Gold machen konnte, was er berührte. So wurde diese Stück nach der Musik von John Barry und einem Arrangement von Erich Rachor mit der Solistin Kerstin Olejak, die der legendären Pop Sängerin Shirley Bessey kaum nachstand, zu einer perfekten Balance zwischen Action, Spannung und Melodik in seinem anspruchsvollen Arrangement, was vom Ensemble bei den verschiedensten Themen quer durch alle Register im Wechsel dynamisch und kontrastreich umgesetzt und damit zu einem vollendeten Glanzstück wurde. Besonders ragten dabei die Hörner heraus, die das Thema präzise von den Trompeten übernahmen. Den Schlusspunkt eines hochklassischen Konzertabends setzte im original Glenn Miller Sound aus dem Jahre 1939 die bekannte amerikanische Volksweise aus dem 19. Jahrhundert „Little Brown Jug“ arrangiert von Erich Rachor. Als Solisten empfahlen sich dabei Tobias Schwarzer (Tenorsaxophon) und Felix Wöber (Schlagzeug). Lange anhaltender Beifall belohnte das Orchester am Ende mit weiteren Zugaben. Durch das Programm führte Heike Rachor.

Der Dank und ein großes Kompliment des Vorsitzenden galt zum Abschluss den mitwirkenden Orchestern für ein großartiges Konzerterlebnis, bei dem die Begeisterung und Spielfreude eines jeden einzelnen Musikers spürbar wurde. Auch allen vor und hinter der Bühne mitwirkenden Kräften, ob für den Blumenschmuck, den Bustransfer, dem Kartenvorverkauf, die Beleuchtung und Bildgestaltung sowie die Videoaufnahmen zollte Breitenbach ein besonderes Lob.

Manfred Seemann, Bote vom Untermain vom 08. Januar 2008

veröffentlicht am: 08.01.2008

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