Der Zauber des Open Air - Symphonisches Jugendblasorchester spielt im Park Schöntal

 

Aschaffenburg/Großwallstadt. Wenn Bäume rauschen und Vögel zwitschern, entfaltet Musik einen ganz eigenen Zauber. Das konnten die Besucher erleben, die am Sonntagmorgen zum Auftritt des Symphonischen Jugendblasorchesters Untermain kamen. Im Aschaffenburger Park Schöntal gaben die rund 50 Musiker unter der Leitung von Dirigent Michael Köhler ein Open Air Konzert. So mancher Spaziergänger gesellte sich im Laufe des eineinhalbstündigen Auftritts zu den Gästen, die von Anfang an dabei waren.

 

 

Wuchtiger Sturm, zarte Holzbäser

 

Die Musiker starteten mit dem „Gigantic Marsch“ von Julius Fucik – ein fulminanter Marsch mit symphonischem Charakter, bei dem das Orchester seine ganze Klangstärke ausspielte. Höchste Konzentration verlangte die „Ouvertüre zur Oper Wilhelm Tell“. Nach einem zarten Beginn zieht ein Sturm auf, der sich wuchtig entlädt, um wieder in eine zarte Holzbläserpassage zu münden. Absolut mitreißend: der sogenannte scharfe Ritt, einer der bekanntesten Teile der Ouvertüre. Ansgar Waschbüsch (Fagott), Doris Waschbüsch (Flöte), Carina Grimm (Oboe) und Bernhard Kopp (Klarinette) brillierten in diesem Stück als Solisten. Tatsächlich war die Ouvertüre zu Wilhelm Tell Rossinis 39. Oper, die er – eine Schnapszahl – in seinem 39. Lebensjahr komponierte. Sie blieb auch seine letzte Oper, obwohl er 78 Jahre alt wurde.

 

Explosiver Stoff

 

Dass das Orchester auch in Sachen Filmmusik bewandert ist, demonstrierte es mit dem „Mission Impossible Theme“: im wahrsten Sinne des Wortes ein musikalisch explosiver Stoff mit gelungenen Solos von Carmen Klein am Alt-Saxophon und Veit Langeheine an der Trompete. „Highlights fom Exodus“ präsentierte Höhepunkte aus dem 1960 erschienenen Monumentalfilm „Exodus“.

„Die Musik passt bestens zur Dramatik des Films“, fasste es Dirigent Köhler in seiner Moderation zusammen. Das äußerst emotionale Hauptthema sorgte wohl bei vielen Besuchern für Gänsehautmomente.

 

Punktgenaue Einsätze

Sehr patriotisch ging es dann zu beim Marsch „The Glory of the Yankee Navy“, komponiert von John Philipp Sousa. Verträumt und schwebend kam dagegen der „Kaiserwalzer“ von Johann Strauss (Sohn) daher. Auch wenn sich die Walzerklänge perlend leicht anhörten, forderte das Stück den Musikern doch viel Konzentration ab, da jeder Einsatz punktgenau sitzen musste.

Mit dem schwungvollen Marsch „Regimentskinder“ - wiederum von Julius Fucik – verabschiedete sich das Orchester von seinen Zuschauern. Diese forderten Zugaben ein, sodass die Musikerinnen und Musiker noch den flotten „Root Beer Rag“ spielten. Und mit „Can't take my Eyes of you“ sorgten sie dafür, dass das Publikum mit einem süßen Ohrwurm nachhause ging.

 

Julie Hofmann

 

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veröffentlicht am: 01.08.2018

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