Frühlingskonzert des MV Eichenbühl

Ein besonderes Hörerlebnis

Knapp zwei Stunden begeisterte der Musikverein Eichenkranz mit seinem Frühlingskonzert das Publikum am Samstag im Pfarrheim. Den Eröffnungspart des Abends hatte das im Umkreis recht bekannte Jugendblasorchester unter Leitung von Sebastian Paulus. Das „Erftalprojekt“ konnte mit einem ausgewogenen Repertoire an modernen und eingängigen Melodien sein mittlerweile beachtliches Können eindrucksvoll beweisen. Die 28 Jungmusiker aus Bürgstadt, Eichenbühl mit Ortsteilen und umliegenden Höhengemeinden haben sich im Ausbildungsverbund zu einem beachtlich harmonischen Klangkörper zusammen gefunden. Die Vorträge bestätigten das Konzept talentierte Jugendliche gemeinsam musizieren zu lassen. Die Musiker hatten sichtlich Freude am gemeinsamen Auftritt und der Auswahl an modernen Arrangements. Sie sind nicht einzelne Neulinge in einer bestehenden Kapelle, sondern prägen in der Gemeinschaft etwas Neues mit. Nach Abschluss der Ausbildung könnten die Youngsters eine hervorragende Verstärkung ihrer jeweiligen Heimatkapelle werden.

Mit „The lion sleeps tonight“ eröffnete die Jugend ihren Vortrag. In allen Stimmen gut besetzt, mit präzisen Tempiwechseln und sauber gespielten Ansätzen wechselten sich die einzelnen Instrumentengruppen in der Melodieführung ab. Das schwierig gesetzte Arrangement „Mack the knife“, arrangiert von Erich Rachor, zeigte eine hoch konzentrierte Kapelle die den „Big-Band-Sound“ bereits beachtlich sicher herüberbringt. Vereinzelt konnte man ein erleichtertes Lächeln über den gelungenen Beitrag bei den Akteuren nach dem Schlussakkord erkennen.
Professionell gespielt waren die Variationen aus „Die Schöne und das Biest“ nach einem Arrangement von Michael Sweeny. Selbst der Dirigent zeigte sich mit der Leistung seiner Schützlinge zufrieden. In „It don´t mean a thing“, einem schnellen Swing der Musiklegende Duke Ellington gefielen das exakte Zusammenspiel der Trompeten die sich harmonisch in die romantischen Weisen einfügten. Nach dieser Gemeinschaftsleistung war die geforderte Zugabe mit „Boulevard of Broken Dreams“ ein weiterer musikalischer Leckerbissen und der Höhepunkt im Auftritt der Jungmusiker, die mit verdientem und anhaltendem Applaus vom Publikum für ihre Leistung belohnt wurden.

Auch der Musikverein Eichenkranz unter der Leitung von Marcus Greim bestätigte erneut seine über Jahre gewachsene Perfektion. Mit einer überwiegend modernen Liedauswahl machten die „Alten“ sehr große Zugeständnisse an die musikalischen Interessen der „Jugend“ in ihren Reihen. Knapp die Hälfte der Musikanten zählt zur „nachwachsenden Jugend“, mit der elfjährigen Ann-Kathrin Eckstein wurde jetzt die bisher Jüngste in den Reihen aufgenommen. Dirigent Greim hat in den letzten fünf Jahren einen Klangkörper geformt der allen Anforderungen der Blasmusik gerecht wird. Problemlos folgen die Musiker den Anweisungen des Dirigenten, der gelungene Passagen oftmals mit einem lobenden Lächeln oder Augenzwinkern „belohnt“ und so zu weiteren Spitzenleistungen anspornt. Exakte Einsätze, saubere Ansätze, schnelle Wechsel und ein scheinbar spielerisch leicht wirkender Umgang mit dem jeweiligen Instrument schufen an diesem Abend ein besonderes Hörerlebnis.
Die Polka „Der Strohwitwer“ und „Amselbrüder“ mit ihrem Solo für B-Klarinette gespielt von Frank Neuberger und Carmen Klein wirkten im Vortrag leicht, anmutig und mit bewundernswerter Routine gespielt. Stets übernimmt die Kapelle den Charakter des Stückes in überzeugender Interpretation.

Mit „Mens sana in corpore sano“ einem modernen 6/8-Marsch zeigte die Kapelle, dass sie auch schwungvolle Märsche im Repertoire perfekt spielen kann.
Sebastian Paulus konnte in „What I did for love“, ebenfalls arran-giert von Erich Rachor, mit seiner Trompete wieder sein heraus-ragendes Solotalent beweisen. Eines der Glanzstücke des Abends war das sehr lange ABBA - Medley „The best of“. Höchste Konzentration war von den Musikern bis zum letzten Takt gefordert und wurde auch bis zum Schluss trotz schweißtreibender Tem-peraturen erbracht. Rhythmisch geführt durch Rudi Winkler und Georg Heilmann folgte ein stetiger Wechsel von Stilrichtungen und Instrumenten, die variationsreich und mit perfekten Übergängen überzeugten. Nach dem Medley „Erinnerungen an Satchmo“, einer Hommage an den begnadeten Trompeter folgte die vom Publikum vehement geforderte Zugabe „Deutschmeister Regimentsmarsch“. Durch das Programm führte Günther Winkler.

acks

veröffentlicht am: 14.04.2007

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