Kinder frühzeitig für Blasmusik begeistern

Musikverband Untermain: Nachwuchswerbung in Schulen wird unterstützt - Zuschuss für Instrumente - Ausrichter für Jubiläumsfest 2011 gesucht

Eschau Ein Eröffnungsmarsch des Fanfarenzugs Eschau läutete die Jahresversammlung des Musikverbands Untermain (MVU) am Sonntag im TSV-Sportheim Eschau ein. Rund 100 Vertreter der dem Verband angeschlossenen Musikvereine waren anwesend.

Landrat Roland Schwing würdigte die vorbildliche Jugendarbeit des Verbands und meinte, dass die Lebensqualität durch die musiktreibenden Vereine deutlich angehoben werde. Er lobte auch das beispielhafte Engagement von Präsiden Franz Pilzweger für die Musik am Untermain. Berthold Rüth (MdL) verwies als MVU-Vizepräsident auf die Aktivitäten vieler Vereine, Bläserklassen in den örtlichen Schulen zu bilden, um Kinder an die Blasmusik heranzuführen.

Franz Pilzweger stellte den Verein Dorfmusikanten Altenbuch als einen Aspiranten für den MVU vor. Einstimmig bestätigten die Versammlungsteilnehmer dessen Aufnahme. »Das Präsidium arbeitet engagiert und konstruktiv«, sagte Pilzweger. Die Bilanz der Musiker im Verband zeige, dass der Anteil der Jugendlichen größer als der der Erwachsenen und auch die Zahl der Frauen in den Kapellen exorbitant angestiegen sei.

Geschäftsführer Lothar Eckstein nannte in seinem Rückblick auf die Aktivitäten der Bläserjugend als Glanzlicht den Workshop »Dynamik in der Gruppe«. Nach dem Bericht von Schriftführer Fritz Hofmann über die Arbeit des Präsidiums informierte Präsidiumsmitglied Achim Albert über die Ehrenamtspauschale. Sie ermögliche den Vereinen, einen Betrag von bis zu 500 Euro für ehrenamtliche Leistungen auszuzahlen. Dies müsse allerdings satzungskonform sein. Die Bürokratie treibe illustre Blüten, die den Vereinen die Arbeit nicht gerade erleichterten, so Albert. Er verwies hierbei auch auf die Abgaben für die Künstlersozialkasse, versicherungsrechtliche Fragen und die Haftung von Vereinsvorsitzenden. Präsident Pilzweger knüpfte Erläuterungen über die Gema-Abgabe an: »Die Gema ist unbarmherzig, sie schlägt gnadenlos zu.«

»Für junge Menschen sei es wichtig, in der Musik tätig zu sein«, meinte MVU-Vizepräsident Rudi Schreck und sprach sich dafür aus, vermehrt Bläserklassen in den Schulen einzurichten. Gerade unter dem Aspekt von Ganztagsklassen als Modell der Zukunft sei die Chance groß, Kinder für die Musik zu begeistern.

»Es ist leider noch ziemlich unklar, wie die Vereine die Instrumente finanzieren sollen«, sagte Franz Pilzweger. Der MVU könne hier nur einen kleinen Zuschuss von bis zu 700 Euro leisten. Über den Sinn dieser Bläserklassen entspannte sich eine lebhafte Diskussion, wobei insbesondere Hans Schnall vom Musikverein Wörth bezweifelte, dass die Kinder mittel- und langfristig in die Vereine integriert werden können. Ihm wurden positive Erfahrungsberichte entgegengehalten.

»Es ist noch kein Verein gefunden worden, der das Verbandsmusikfest im kommenden Jahr veranstaltet«, beklagte Pilzweger. 2011 steht die 60-Jahr-Feier an.

Text: main-echo Ruth Weitz
Fotos: Musikverband Untermain
 

veröffentlicht am: 16.03.2010

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