Mit scheinbarer Leichtigkeit

Das Jugendblasorchester spielte Werke von Mozart, Dvorak und Grainger

Ein eineinhalbstündiges Programm mit Klassik, A-Capella-Gesang und Alphornbläser erwartete die Gäste in der Pfarrkirche St. Cäcilia am vergangenen Sonntag.

Das Jugendblasorchester begann mit einem aus der Feder von M. Lauridsen entstandenen und von H. R. Rynold arrangiertem Stück "O Magnum Mysterium" gleich einen sehr schwierigen Part.

Für die Musiker, die aus den Orchestern des Verbandes kommen, war es bestimmt eine reizvolle Aufgabe, Werke mit diesem Niveau zu spielen. Mal leise mal anschwellend und wieder harmonisch ins Orchester einfließende Töne konnte der Dirigent Michael Köhler mit scheinbarer Leichtigkeit und sanfter Untermalung seiner Hände dirigieren. Gekonnt passten sich die Bläser zu einem stimmungsvollen Musikerlebnis ein. Laut Dirigent gibt es keine Solisten, sondern "in jeder musikalischen Gemeinschaft ist es wichtig, das "Ich in der Musik" mit dem "Wir in der Musik" auf den Weg zu bringen. Durch den Prozess der musikalischen Aneignung und die Durchdringung der Musik".

Natürlich wurden auch Konzerte für Solisten komponiert, so das Klarinettenkonzert von W. A. Mozart, Solist war hier Kilian Reus. Vom Orchester feierlich getragen, interpretierte er den 2. Satz des Konzertes mit seinem weichen klaren Klarinettenton brillant. Das Orchester begleitete den Solisten exakt und sicher und beide verliehen dem Stück eine makellose Güte.

Eine ganz andere Stilrichtung präsentierte das Alphornensemble. Eine perfekte Akustik bot hiefür die St. Cäcilia Kirche. Fünf Alphornbläser des "Main Spessart Echos" brachten mit satten, tiefen Tönen die Weihnacht aus den Bergen ins Erftal. Mit dem "Engelberg Echo" und dem traditionellen "Gletscherruf" verabschiedeten sich die Bläser unter der Leitung von Franz Pilzweger.

Auf Instrumente verzichten konnte der Chor "Piccolo" aus Bürgstadt. Fünf Damen, jede für sich eine Solistin, fügten sich zu einem rhythmischen und melodischen Gesangsensemble. "Only You", ein "Weihnachtsmedley" mit außergewöhnlichen Wechseln und perfekt gesungenen Solostimmen und ein klassisch gesetztes "In Excelsis Deo" begeisterten das Publikum.

Passend zu jeder Sängerin wurde ein Gospel-Medley von der Leiterin Brigitte Miltenberger in Szene gesetzt. Gospels von "Amen" bis zu "He's got the whole World" führte der A-Capella-Chor wippend, schnipsend mit überzeugender Fröhlichkeit auf.

Mit "Just A Closer Walk", zog das Jugendblasorchester einen Kontrast zur Klassik. Beginnend mit einem Choral endet das Stück im Swing und stellt so die ganze Bandbreite des Lebens vor.

In die Fußstapfen der großen Sinfoniker trat das Jugendblasorchester mit dem darauf folgenden Stück, der bekannten 9. Sinfonie von A. Dvorak. Mit der Solistin Imke Thum, Englischhorn und dem harmonisch begleitenden Orchester, hätte man durchaus im Frankfurter Opernhaus sitzen können. Mit dem Arrangement von P. A. Grainger "Irish Tune From County Derry", führte das Orchester noch einmal alle Klangfarben und dynamischen Möglichkeiten eines sinfonischen Blasorchesters aus und durchwanderte die emotionalen Tiefen dieses Werkes aufs anschaulichste. Mit dem Adventslied "Macht hoch die Tür" am Ende des Konzertes gesungen, verstärkte sich noch mal die Verbundenheit zwischen Publikum und allen musikalisch Beteiligten in dem Konzert des Musikverbandes Untermain.

Zum Schluss bedankte sich Verbandspräsident Pilzweger bei dem Organisator des Konzertes, dem Verbandsdirigenten Erich Rachor sehr herzlich.

Main Echo,Helga Ackermann

veröffentlicht am: 12.08.2008

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