Leidersbach-Roßbach. Ein originelles Frühjahrskonzert erlebten die zahlreichen Besucher am Samstagabend, 24. März im Roßbacher Pfarrheim mit den beiden Blasorchestern aus Eichelsbach und Roßbach: Unter dem Motto »Seefahrer und Piraten« hatten sie ein Programm zusammengestellt, das sich vorwiegend dem nassen Element und der Seefahrt widmete.
Dazu hatten man auch den entsprechenden Rahmen erstellt. Schon Wochen vorher hatten sich die Jungmusiker der beiden Vereine an mehreren Samstagen getroffen, um an der Dekoration für das Roßbacher Pfarrheim zu basteln. Dabei hatten sie von ihrer Vorstandschaft völlig freie Hand bei der Gestaltung. Dieses Vertrauen wurde mit einer hervorragenden Dekoration zurückgezahlt: Im sonst eher tristen Pfarrheim fühlten sich die zahlreichen Konzertbesucher wahlweise wie in einer Piratenspelunke oder wie auf einem Dreimaster. Sogar die Notenständer waren martialisch verkleidet.
Die 28 Musiker der Gastorchesters Widerhall Eichelsbach unter ihrem »Kapitän« Thomas Völker eröffnete den Abend mit dem temperamentvollen Stück »Sir Duke« von Stevie Wonder nach einem Arrangement von Mike Castello. Nach der lautmalerischen Polka »Regentropfen« von Franz Watz folgte die von Frank Erickson arrangierte weltbekannte »Wassermusik-Suite« von Georg Friedrich Händel in sechs Sätzen. Dieses klassische Barockwerk bewältigten die vorwiegend jungen Musiker mit Bravour. Es folgte aus der aktuellen Filmmusik »Beyond the sea« von Bobby Darin und aus den 30er Jahren die schrägen Filmmelodien »Dick und Doof«, ein echter Kino-Sound, bei dem die beiden Trompeter mit verfremdetem Instrumentenklang hervortraten. Als Zugabe brachten die Eichelsbacher den schwungvollen Satz »Der Meistertrommler« von Michael Klostermann.
Hinaus auf die Weltmeere führten die »Edelweiß-Kapitäne« Norbert Langeheine und Florian Schmitt im zweiten Teil des Abends. Mit »Sea songs« von Ralph Vaughan Williams erklangen englische Seelieder. An die rauhe irische Küste versetzten die Roßbacher ihr Publikum mit »Irish tune from county derry« – hervorragend intoniert sowohl in weicher getragener Weise als auch kräftigem Fortissimo der Blechinstrumente.
Von dem zeitgenössischen Komponisten Jacob de Haan stammt das Stück »Pacific dreams«, das eine Reise von Australien durch den Stillen Ozean schildert. Die Musik aus dem Film »Fluch der Karibik« von Klaus Badelt beschreibt die Seefahrt mit Gespenstern auf dem Schiff „Black Pearl“ und besticht durch reiche instrumentale Variationen.
Einen musikalischer Höhepunkt des gastgebenden Orchesters war der Marsch »Hands across the sea« von John Philip Sousa. Hier boten die 36 Instrumentalisten Beispiele ihres Könnens, die sie sich in der Vorbereitung dieses Konzerts erworben hatten.
Natürlich war danach die Zugabe unbedingt fällig. Sie bestand noch mal aus zwei Stücken zu dem Motto des Abends Seefahrer und Piraten. In »Dancing on the seashore« - beim Tanz am Meeresstrand glänzten die Posaunisten Florian Schmitt und Volker Krug. Mit »Anker gelichtet« schloss ein musikalischer Abend mit zahlreichen Leckerbissen, der von allen Zuhörern aufs höchste gelobt wurde.
veröffentlicht am: 27.03.2007
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